
Unsere Arbeit bei powpow Züri basiert auf einem feministischen Grundverständnis. Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen frei von Gewalt, Diskriminierung und Machtungleichheit leben können. Im Zentrum unserer Arbeit stehen dabei insbesondere Menschen, die Gewalt aufgrund ihres Geschlechts erfahren.
Selbstbehauptung und Selbstverteidigung verstehen wir als Praxis der Selbstermächtigung:
In unseren Kursen hinterfragen wir patriarchale Strukturen, machen Machtverhältnisse sichtbar und schaffen Räume, in denen Menschen ihre Grenzen wahrnehmen, verteidigen und ihre Handlungsspielräume stärken können – mit Selbstbestimmung, Solidarität und gegenseitiger Unterstützung im Mittelpunkt.
Wir verstehen Lernen als einen gegenseitigen Prozess, der von Vertrauen, Klarheit und Achtsamkeit lebt. Deshalb gestalten wir unsere Workshops und Trainings dialogisch, partizipativ und bedürfnisorientiert.
Wir arbeiten bewusst traumasensibel, machtkritisch und intersektional. Das bedeutet, dass wir in unserer Arbeit sowohl auf die individuellen Erfahrungen von Gewalt und Trauma als auch auf die grösseren, gesellschaftlichen Strukturen achten, die diese Erfahrungen beeinflussen.
- Traumasensibilität heisst für uns, einen sicheren Raum zu schaffen, in dem Menschen ohne Angst vor weiteren Verletzungen ihre Erfahrungen teilen können. Wir wissen, dass Traumata unterschiedlich sind und versuchen, achtsam mit den Bedürfnissen und Grenzen der Teilnehmenden umzugehen.
- Machtkritik bedeutet, dass wir uns der Machtverhältnisse bewusst sind, die in unserer Gesellschaft bestehen, und diese hinterfragen. Wir reflektieren immer wieder unsere eigene Rolle und vermeiden es, unbewusst Macht auszuüben oder zu kontrollieren.
- Intersektionalität bedeutet, dass wir die verschiedenen Teile der Identität einer Person berücksichtigen – wie Geschlecht, Herkunft, soziale oder ökonomische Situation – und verstehen, dass Diskriminierung und Gewalt oft durch mehrere Faktoren gleichzeitig bedingt sind. Wir gehen auf die unterschiedlichen Lebensrealitäten der Menschen ein und achten darauf, niemanden aufgrund dieser Erfahrungen zu übersehen.
Unsere Angebote orientieren sich an den Qualitätsstandards des Wen-Do Dachverbands Schweiz und folgen den Prinzipien der Gewaltprävention und -intervention. Die Zugehörigkeit zum Wen-Do Dachverband bietet uns ausserdem regelmässige Intervisionen, einen Austausch von Expertise, Vernetzungsmöglichkeiten und gemeinsames Lernen. Für uns bedeutet Empowerment nicht, Menschen einfach „stärker“ zu machen, sondern Räume zu schaffen, in denen sie ihre eigene Kraft und ihre Fähigkeiten wiederentdecken können.
Gewaltprävention und -intervention
Gewaltprävention bedeutet für uns, frühzeitig und nachhaltig Strukturen zu schaffen, die Gewalt verhindern – durch die Stärkung von Selbstbestimmung, den Aufbau von Handlungskompetenz und das Sichtbarmachen von Grenzverletzungen. Wir fördern kritisches Bewusstsein und Strategien zur Selbstbehauptung, um Gewaltmechanismen zu durchbrechen und Betroffene zu ermächtigen.
Gewaltintervention heisst für uns, Betroffene ernst zu nehmen, ihnen zuzuhören und ihre Perspektive zu stärken – ohne zu bewerten oder zu bevormunden. Wir arbeiten ressourcenorientiert und respektieren die individuelle Entscheidung darüber, was Sicherheit bedeutet und welche Schritte stimmig sind. Ein zentraler Grundsatz dabei ist: Die Verantwortung für Gewalt liegt immer bei den Täter:innen – niemals bei den Betroffenen.
Wir orientieren uns an solidarischen, feministischen Unterstützungsformen, die nicht retraumatisieren, sondern stabilisieren und stärken. Diese Formen der Unterstützung stellen die Bedürfnisse und Entscheidungen der betroffenen Person ins Zentrum, reflektieren Machtverhältnisse und fördern Selbstbestimmung statt Kontrolle.